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Ist ein Follower-Paket legal? Rechtslage in Deutschland

Ja, wir verkaufen Follower, Likes und Views – und genau deshalb beantworten wir die Frage nach der Rechtslage ehrlicher als die meisten Seiten zu diesem Thema. Die kurze Antwort: Für Privatpersonen ist der Kauf von Followern in Deutschland keine Straftat, egal ob auf Instagram, TikTok oder einer anderen Plattform; gegen die Regeln von Instagram (Meta) und TikTok verstößt er aber ausdrücklich. Rechtlich ernst wird es, wenn Unternehmen gekaufte Zahlen als echten Kundenzuspruch ausgeben – dann greift das Wettbewerbsrecht. In diesem Leitfaden gehen wir die Rechtslage 2026 durch: UWG, EU-Recht, eine Gerichtsentscheidung aus Stuttgart, reale Behördenverfahren aus den USA und die Plattformregeln. Gesetzes- und Richtlinientexte zitieren wir wörtlich aus den Primärquellen, abgerufen am 23. September 2026. Keine Rechtsberatung.

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Geprüft von: SociShop-Rechtsteam · Juristische Prüfung

Inhaltsverzeichnis
  1. 1. Warum beantworten ausgerechnet wir diese Frage?
  2. 2. Ist der Kauf von Followern strafbar?
  3. 3. Wo beginnt das echte rechtliche Risiko für Unternehmen?
  4. 4. Wurde schon einmal jemand tatsächlich belangt?
  5. 5. Wie lautet unser ehrliches Fazit?

Warum beantworten ausgerechnet wir diese Frage?

SociShop verkauft Wachstumspakete – Follower, Likes, Views. Wenn wir erklären, was beim Kauf legal ist und was nicht, reden wir also über unser eigenes Geschäft. Genau deshalb halten wir diese Seite bewusst nüchtern: Wir nennen nur Gesetze, Entscheidungen und Verfahren, die wir selbst geprüft haben, und wir verschweigen auch die Punkte nicht, die gegen den Kauf sprechen. Wer bei uns bestellt, soll vorher wissen, worauf er sich einlässt.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Ob Ihr konkreter Fall unproblematisch ist, hängt von Details ab, die nur eine Anwältin oder ein Anwalt für Wettbewerbs- oder IT-Recht verbindlich beurteilen kann.

Ist der Kauf von Followern strafbar?

Im deutschen Strafrecht gibt es keinen Straftatbestand, der den Kauf von Followern, Likes oder Views als solchen unter Strafe stellt. Eine Privatperson, die für das eigene Profil Follower kauft, begeht damit in aller Regel keine Straftat – es existiert schlicht kein Gesetz, das diesen Vorgang verbietet.

Nicht strafbar heißt aber nicht folgenlos. Die Rechtsfrage hat drei Ebenen, die man sauber trennen muss:

  1. Strafrecht: betrifft private Käufer praktisch nicht – es sei denn, es kommen eigenständige Delikte hinzu, etwa wenn Fake-Profile mit gestohlenen Daten echter Personen betrieben werden.
  2. Wettbewerbs- und Verbraucherrecht (UWG): greift, sobald geschäftlich gehandelt wird – hier liegt das echte rechtliche Risiko.
  3. Plattform-AGB: gelten immer und für jedes Konto – von hier kommt die realistischste Konsequenz.

Wo beginnt das echte rechtliche Risiko für Unternehmen?

Sobald ein Konto geschäftlich genutzt wird, gilt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). § 5 Abs. 1 UWG lautet: „Unlauter handelt, wer eine irreführende geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.“ Gekaufte Follower und Likes, die ein Unternehmen als Beleg für Beliebtheit oder Kundenzufriedenheit einsetzt, können genau so eine Irreführung sein. Den Rahmen setzt § 3 Abs. 1 UWG: „Unlautere geschäftliche Handlungen sind unzulässig.“[1][2]

Die schwarze Liste des UWG seit Mai 2022

Seit dem 28. Mai 2022 enthält der Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG – die sogenannte schwarze Liste – eine Nummer, die soziale Medien ausdrücklich nennt. Die dort aufgeführten Handlungen sind nach § 3 Abs. 3 UWG gegenüber Verbrauchern „stets unzulässig“, also ohne Abwägung im Einzelfall. Nummer 23c erfasst „die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern sowie die falsche Darstellung von Bewertungen oder Empfehlungen von Verbrauchern in sozialen Medien zu Zwecken der Verkaufsförderung“. Die europäische Grundlage ist die UGP-Richtlinie 2005/29/EG, deren Anhang I durch die Richtlinie (EU) 2019/2161 um dieselbe Nummer 23c ergänzt wurde; nach Art. 7 dieser Richtlinie gelten die Regeln in den Mitgliedstaaten ab dem 28. Mai 2022.[2][3][4]

Ob gekaufte Follower unter Nummer 23c fallen, ist eine Auslegungsfrage, die wir nicht entscheiden können: Der Gesetzestext spricht von „Bewertungen oder Empfehlungen“, nicht von Followern. Der europäische Gesetzgeber nennt in Erwägungsgrund 49 der Richtlinie (EU) 2019/2161 aber ausdrücklich Likes als Beispiel: Gewerbetreibenden solle untersagt sein, „gefälschte Bewertungen und Empfehlungen von Verbrauchern, etwa ‚likes‘ in sozialen Medien, abzugeben oder in ihrem Auftrag durch andere abgeben zu lassen, um Werbung für ihre Produkte zu machen“. Wer als Unternehmen gekaufte Interaktionen zur Verkaufsförderung einsetzt, bewegt sich damit sehr nah an dieser Regel.[4][3]

Die typische Konsequenz ist dabei keine Geld- oder Freiheitsstrafe, sondern zivilrechtlicher Natur: Mitbewerber und Wettbewerbsverbände können abmahnen, Unterlassung verlangen und die Verfahrenskosten auferlegen. Wer die Praxis danach fortsetzt, riskiert Vertragsstrafen und gerichtliche Verfahren.

Wurde schon einmal jemand tatsächlich belangt?

Ja – aber bezeichnenderweise trifft es Unternehmen und Verkäufer, nicht private Käufer. In Deutschland entschied das Landgericht Stuttgart bereits am 6. August 2014 (Az. 37 O 34/14 KfH) im Eilverfahren, dass die Werbung eines Unternehmens mit gekauften Facebook-Likes irreführend und wettbewerbswidrig ist. Das Unternehmen hatte binnen weniger Monate über 14.500 Gefällt-mir-Angaben angesammelt, die vor allem aus Asien und Südamerika stammten – Regionen, in denen es gar nicht geschäftlich tätig war.

In den USA ging es härter zu – gegen einen Anbieter: Die Firma Devumi hatte jahrelang Fake-Follower verkauft. Ende Januar 2019 schloss die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft mit Devumi einen Vergleich über 50.000 US-Dollar und stellte dabei als erste Strafverfolgungsbehörde ausdrücklich fest, dass der Verkauf gefälschten Social-Media-Engagements eine illegale Täuschung ist. Im Oktober 2019 folgte die US-Handelsbehörde FTC mit ihrem ersten Verfahren überhaupt wegen des Verkaufs gefälschter Social-Media-Reichweite: Der Vergleich sah eine Urteilssumme von 2,5 Millionen US-Dollar gegen den Devumi-Gründer vor, von der nach Zahlung von 250.000 US-Dollar der Rest ausgesetzt wurde.

Und Privatpersonen? Uns ist kein Fall bekannt, in dem eine Privatperson allein wegen des Kaufs von Followern für das eigene Profil verurteilt oder mit einem Bußgeld belegt worden wäre. Das Risiko verteilt sich also sehr ungleich – und genau das zeigt die folgende Übersicht.

Wie lautet unser ehrliches Fazit?

Drei Szenarien, drei völlig unterschiedliche Risikolagen:

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Wie lautet unser ehrliches Fazit?
SzenarioStrafrechtVerbraucher- und Wettbewerbsrecht
Privatperson kauft Follower für das eigene ProfilKein Straftatbestand, in der Regel straffreiUWG nicht anwendbar, solange keine geschäftliche Handlung vorliegt
Unternehmen nutzt gekaufte Zahlen als sozialen Beweis gegenüber VerbrauchernRegelmäßig keine StraftatIrreführung nach § 5 UWG möglich; Abmahnung und Unterlassung drohen (vgl. LG Stuttgart, Az. 37 O 34/14 KfH)
Verkäufer oder Influencer gibt gekauftes Engagement als echt ausGrauzone, je nach Konstellation, etwa bei IdentitätsmissbrauchVerbot nach Anhang Nr. 23c UWG ohne Einzelfallabwägung; reale Behördenverfahren wie im Fall Devumi (USA)

Und wo stehen wir? Wir verkaufen soziale Beweiskraft – gekaufte Follower erhöhen eine Zahl, Interesse an Ihren Angeboten verspricht kein Paket, und das sagen wir offen. Wir fragen nie nach Ihrem Passwort, und jedes Paket hat eine Nachfüllung, deren Frist (30, 90 oder 365 Tage je nach USD-Listenpreis) vor dem Kauf auf seiner Karte steht. Ob der Kauf für Ihr Privatprofil eine vertretbare Abkürzung oder für Ihr Unternehmen ein echtes Risiko ist, können Sie nach diesem Artikel hoffentlich selbst einschätzen – informiert zu entscheiden ist der ganze Zweck dieser Seite.

Häufige Fragen

Mache ich mich strafbar, wenn ich Instagram-Follower kaufe?

Nein. Für den reinen Kauf von Followern für das eigene Profil existiert in Deutschland kein Straftatbestand. Strafrechtlich relevant wird es erst, wenn eigenständige Delikte hinzukommen, etwa Identitätsmissbrauch mit Daten echter Personen. Das eigentliche Risiko liegt bei Privatkonten in den Plattform-Regeln.

Hat schon jemand wirklich eine Strafe gezahlt?

Ja – aber Verkäufer und werbende Unternehmen. In den USA zahlte der Anbieter Devumi 50.000 US-Dollar an den Bundesstaat New York; im FTC-Verfahren wurde eine Urteilssumme von 2,5 Millionen US-Dollar festgesetzt, von der nach Zahlung von 250.000 US-Dollar der Rest ausgesetzt wurde. In Deutschland wurde einem Unternehmen die Werbung mit gekauften Likes gerichtlich untersagt. Ein Fall, in dem eine Privatperson zahlen musste, ist uns nicht bekannt.

Ist Follower kaufen auf TikTok legal?

Rechtlich gilt für TikTok dasselbe wie für Instagram: Für Privatpersonen gibt es keinen Straftatbestand, bei geschäftlicher Nutzung greift das UWG. Keine Rechtsberatung.

Gilt für Geschäftskonten etwas anderes als für Privatkonten?

Ja, und der Unterschied ist entscheidend. Bei geschäftlicher Nutzung greift das UWG: Wer gekaufte Zahlen als echten Kundenzuspruch präsentiert, begeht unter Umständen eine irreführende geschäftliche Handlung und riskiert Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbände. Bei rein privater Nutzung ist das UWG nicht anwendbar.

Interagieren gekaufte Follower mit Ihren Inhalten?

Zusagen kann das kein Paket. Gekaufte Follower sind soziale Beweiskraft – sie erhöhen die sichtbare Zahl, versprechen aber weder Kommentare noch Käufe. Sinnvoll ist der Kauf nur als Ergänzung zu echtem Content und echter Community-Arbeit.

Braucht ihr mein Passwort, und was deckt die Nachfüllung ab?

Wir fragen niemals nach Ihrem Passwort – für die Lieferung genügt der öffentliche Nutzername. Jedes Paket wird nachgefüllt, und wie lange, steht auf seiner Paketkarte: 30, 90 oder 365 Tage je nach USD-Listenpreis des Pakets; ein Rückgang innerhalb der Frist wird bis zur gelieferten Menge aufgefüllt.

Quellen und Prüfung

  1. § 5 UWG – Irreführende geschäftliche Handlungen (abgerufen am 23.09.2026)
    Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)Geprüfte Quelle
  2. § 3 UWG – Verbot unlauterer geschäftlicher Handlungen (abgerufen am 23.09.2026)
    Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)Geprüfte Quelle
  3. Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG, Nr. 23c (abgerufen am 23.09.2026)
    Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)Geprüfte Quelle
  4. Richtlinie (EU) 2019/2161, Erwägungsgrund 49 und Art. 7 (abgerufen am 23.09.2026)
    EUR-Lex – Amtsblatt der Europäischen UnionGeprüfte Quelle
  5. Spam – Gemeinschaftsstandards von Meta (abgerufen am 23.09.2026)
    Meta Transparency CenterGeprüfte Quelle
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